Einführung von Pfarrerin Astrid Stephan als Landespolizeipfarrerin der EKHN

In einem festlichen Gottesdienst in der Christophoruskirche der Segensgemeinde Darmstadt ist Pfarrerin Astrid Stephan am Freitag (27.3.2026) offiziell in ihr Amt als Landespolizeipfarrerin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) eingeführt worden. Die Einführung nahm OKR Dr. Dr. Raimar Kremer aus dem Zentrum Seelsorge und Beratung vor. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Holzbläserensemble des Landespolizeiorchesters Hessen sowie Bernhard Brand‑Hofmeister an der Orgel.
Ein Dienst, der Menschen stärkt
In seiner Predigt hob Kremer die besondere Bedeutung der Polizeiseelsorge hervor. Sie sei „kein Zusatz und kein ‚nice to have‘, sondern ein Schutzraum“, in denen Belastung, Zweifel, Erschöpfung und Mut nebeneinander stehen dürften. Polizeiseelsorge ermögliche es Beamtinnen und Beamten, „zu spüren: Ich bin mehr als meine Funktion oder mein Dienstgrad. Ich bin ein Mensch – mit Würde, mit Grenzen, mit Hoffnung.“
Kremer würdigte zugleich den beruflichen Weg der neuen Landespolizeipfarrerin. Stephan bringe langjährige Erfahrung aus der Jugendarbeit, der Notfallseelsorge sowie der systemischen Beratung mit. Diese Kompetenzen seien „ein Geschenk für den Polizeialltag, der von Verantwortung, Tempo und Belastung geprägt ist“. Ihre Fähigkeit zuzuhören, Zusammenhänge zu erkennen und Menschen in Krisen zu begleiten, präge ihren Dienst seit Jahrzehnten.
„Das Neue wächst unterwegs“
Mit Blick auf die Jahreslosung 2026 – „Siehe, ich mache alles neu“ – ermutigte Kremer die neue Landespolizeipfarrerin, ihren Dienst mit Vertrauen zu beginnen. Neues entstehe nicht aus Perfektion oder Kontrolle, sondern in Begegnungen und im wachsenden Vertrauen zwischen Menschen. Stephan bringe dafür eine tiefe spirituelle Verwurzelung mit, die sich auch in ihrer Nähe zu Taizé ausdrücke: „Vielleicht wird es Momente geben, in denen ein leiser Taizé‑Gesang Sie durch einen schweren Einsatz trägt – und Sie anderen genau diese Ruhe schenken können.“
Wertschätzung aus Polizei und Kirche
Grußworte sprachen Dr. Susanne Stewen, Landesvizepolizeipräsidentin für Hessen, sowie Ulrich Briesewitz und Stephan Arnold für die Polizeiseelsorge. Sie betonten die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und Kirche und die hohe Bedeutung seelsorglicher Begleitung im Dienstalltag der hessischen Polizei.
Pfarrerin Astrid Stephan hat ihren Dienst als Landespolizeipfarrerin bereits am 1. Januar aufgenommen. Mit der Einführung wurde sie nun offiziell in ihr Amt entsandt.
OKR Dr. Dr. Raimar Kremer, Leiter ZSB, Darmstadt
Pfarrer Andreas Mann verstorben

Nach langer schwerer Krankheit ist Pfarrer i.R. Andreas Mann am 4. März mit 67 Jahren in Wiesbaden verstorben.
Andreas Mann war einer der prägenden Gestalter der Notfallseelsorge in Wiesbaden und in der gesamten Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) – ein Mensch mit Weitblick, Mut und einer unbeirrbaren Treue zu seiner Aufgabe. Er gehörte zu den Gründern der Notfallseelsorge in der EKHN und hat mit seinem Denken, seinem Engagement und seiner Haltung eine ganze Arbeit geformt.
"Über viele Jahre war er die treibende Kraft, die verlässliche Stimme und oft auch die mahnende Erinnerung an das Wesentliche: den Dienst am Menschen in seinen verletzlichsten Momenten. Ohne sein Wirken wäre die Notfallseelsorge in der EKHN und in den benachbarten Bistümern nicht das, was sie heute ist", so Oberkirchenrat Raimar Kremer, Leiter des Zentrums Seelsorge und Beratung.
Anfang der 1990er Jahre machte Andreas Mann, damals Gemeindepfarrer in Wiesbaden-Dotzheim, bei seinen Einsätzen als ehrenamtlicher Rettungssanitäter der Johanniter immer wieder die Erfahrung, dass Menschen, die von emotionalen Ausnahmesituationen betroffen sind, eine längere Begleitung wünschen. Er gründete 1993 gemeinsam mit Kollegen und Mitstreitern in Wiesbaden den gemeinnützigen Verein „Seelsorge in Notfällen (SiN)“ – der erste seiner Art in Hessen. Andreas Mann baute von da an die Notfallseelsorge in Wiesbaden und später auch in der gesamten EKHN auf. Noch bis ins Jahr 2023 hat er Ausbildungskurse für angehende Notfallseelsorger und -seelsorgerinnen geleitet.
"Wir verlieren mit dem Tod von Pfarrer Mann einen hoch engagierten Seelsorger und Lobbyisten für die Notfallseelsorge", so der Wiesbadener Präses Eberhard Busch. "Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, der wir von Herzen Kraft und Trost für die Zeit der Trauer und des Gedenkens wünschen."
Andrea Wagenknecht
Am 12. Mai jeden Jahres ist ME/CFS-Awareness-Day. Um diesen Tag herum bündeln sich Aktionen, um auf die Erkrankung und auf die mangelnde Versorgung aufmerksam zu machen. Dazu wünschen sich die von dieser schweren und unversorgten neurologischen Erkrankung Betroffenen Unterstützung.
Mit einer Handreichung stellt das Zentrum Seelsorge und Beratung Material zur Verfügung, um Bewusstsein für die Krankheit ME/CFS zu schaffen und erste Ideen zu liefern, wie wir in Seelsorge, Verkündigung und gesellschaftlicher Einflussnahme bei den Menschen sein können, die daran erkrankt sind. Besonders im Gottesdienst am 11. Mai 2025 kann das Augenmerk auf die Erkrankten und deren Angehörige gelenkt werden.
Mehr dazu auf der Seite zsb.ekhn.de/mecfs



Jede und jeder kann an Demenz erkranken, und es werden immer mehr. Eine neue Tool-Box soll Gemeinden in ihrer Arbeit mit dementen Menschen unterstützen. Pfarrer Christian Wiener (EKHN) erklärt, was es mit diesem Werkzeugkasten auf sich hat.
Im Jahr 2050 könnte es bereits 2,8 Millionen Menschen mit Demenz geben, schätzt Christian Wiener von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Er bietet bereits einen Workshop für Haupt- und Ehrenamtliche an, in denen Demenz simuliert wird. Die neue Demenz-Toolbox enthält 20 Themenkarten zu Aktionen, Gottesdiensten und Aktivitäten und verfolgt das Ziel, Gemeindearbeit Alzheimer-sensibel zu gestalten.
Die Demenz-Toolbox wurde von der EKHN und den Bistümern Mainz und Limburg unter Beteiligung der Diakonie Hessen erarbeitet. Sie wird am 27. September in Darmstadt vorgestellt und anschließend in Pilotgemeinden erprobt.
Die Themenkarten in der neuen Tool-Box sollen Gemeinden dann zu einer lebendigen Arbeit innerhalb der Gemeinde anregen. Alle Karten sind gleich aufgebaut. Anschaulich wird dies am Beispiel der Themenkarte zur Biografiearbeit, die eine Einführung und Ideen für die Praxis wie gemeinsames Blättern in Fotoalben sowie weiterführende Informationen vorschlägt. 20 Karten sind es insgesamt zu Themen wie Film, Musik, Demenz-Parcours, Gottesdienste für Menschen mit Demenz oder Ausbildung für Seelsorgende.
Gut, wenn Gemeinden sich kundig machen
Das Anliegen der sensiblen Gemeindearbeit erklärt Wiener folgend: "Menschen mit und ohne Demenz sollten als eine Gemeinde verstanden werden, zu der alle Menschen mit und ohne Einschränkungen gehören." Es sei gut und nützlich, wenn Gemeinden sich hier kundig machten und wahrnehmen, was Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen benötigten – hier helfe die Tool-Box. Dass dies notwendig ist, dafür sprächen die Statistiken, so Wiener. "Menschen mit Demenz sind Teil der Gemeinde. In Deutschland leben derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, die Zahl steigt."
Es gibt viele Berührungspunkte zwischen Gemeinde und dementen Menschen. So seien Menschen mit Alzheimer oft vom Gottesdienst ausgeschlossen, weil sie den Termin nicht mehr im Blick haben, oder es falle in Gemeindegruppen auf, dass sich jemand verändere. "Menschen mit Demenz verhalten sich manchmal anders, als ihr Umfeld das erwartet. Oft ziehen sie sich zurück oder begleitenden Angehörigen ist es 'peinlich'", so Wiener.
Im Blick auf die neue Tool-Box Demenz gäbe es jetzt verschiedene Ideen, wie das Thema in die Praxis umzusetzen sei. Dazu gehöre auch der Workshop, in dem Demenz für Außenstehende erfahrbar gemacht wird. "Eine der Karten beschäftigt sich mit dem Demenz-Simulator, auch Demenz-Parcours genannt", sagt Wiener. Hier ließe sich erleben, wie es sei, wenn alltägliche Abläufe nicht mehr funktionierten. "Ich selbst mache damit Workshops, in der Regel für ehrenamtliche Mitarbeitende in Kirchengemeinden wie die Besuchsdienste und Prädikant:innen", sagt Wiener. Erfahrbar wird in dem Workshop, "wie frustrierend es ist, wenn nichts gelingt". Der Demenz-Simulator zeichne einen Tagesablauf vom Aufstehen bis in die Nacht an 13 Stationen nach. "Ich habe schon jetzt keine Lust mehr" habe eine Teilnehmerin einmal nach sechs Stationen gesagt. Wer betroffen ist, fühle oft Angst, könne sich nicht zurecht finden und fühle sich nicht verstanden.
In Kontakt mit der anderen Welt kommen
Wiener kennt diese Gefühle aus seiner Arbeit mit Demenz-Betroffenen. "Wichtig ist der Moment, wenn ich mich darauf einlasse und in Kontakt mit dem Menschen und mit seiner Welt komme. Es geht nicht darum, ihm in meine Sicht der Dinge, meine Welt zu ziehen, sondern mit ihm gemeinsam einen Moment in seiner Welt zu sein." Hier helfe die Tool-Box.
Wiener hofft, "dass Menschen mit und ohne Demenz einen Platz in der Gemeinde haben, durchaus auch über 'Kirchgengemeinde' in einen wie auch immer definierten Sozialraum gedacht". Auch, dass sich die Angst vieler Menschen vor dem Umgang mit Menschen mit Demenz verringere, hofft er. Davon seien auch Pfarrer:innen nicht ausgeschlossen, die zum Beispiel denken könnten: "Was mache ich nur, wenn Frau X in meinen Gottesdienst hineinruft." Wichtig sei auch, Angehörige im Blick zu haben, die häufig an ihre Grenzen und darüber hinaus kämen. "Demenzen treten ja häufig im Alter auf und manchmal sind es ebenfalls alte Ehepartner:innen, die einen Großteil des Tages – und wenn der Tag-Nacht Rhythmus verändert ist, oft auch des Nachts - beschäftigt sind."
Prävention
Situationen von Ausgrenzung und möglicher Gewalt sollen gar nicht entstehen - deshalb werden präventive Maßnahmen ergriffen
Die beste Prävention ist Sprachfähigkeit aller über die Tabuthemen Sexualität und sexualisierte Gewalt und eine gelebte Kultur der Aufmerksamkeit. Diese beiden Grundvoraussetzungen gelten besonders innerhalb der Arbeitsbereiche mit Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen. In jeder gesellschaftlichen Gruppe und in jedem Kontext können Menschen von sexualisierter Gewalt betroffen sein. Dies ist kein Phänomen einer bestimmten sozialen Gruppe oder bestimmter Arbeitsformen. Wichtig sind uns Transparenz aufgestellter Regeln und ein einfacher Zugang zu Beschwerdemöglichkeiten und Ansprechpersonen (s. Schutzkonzepte).
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